Must see Filme – Gabel statt Skalpell (GERMAN)

Es gibt mehrere Filme die genau zu den Kernthemen meines Blogs passen: pflanzenbasiertes Leben, Zero Waste und Minimalismus. Und heute möchte ich euch den Ersten in dieser Reihe vorstellen.
Ich werde die Filme in keiner bestimmten Reihenfolge nennen, ich könnte mich niemals entscheiden, welcher denn mein Top 1 Film wäre. Sie sind alle gut, aber sehr unterschiedlich.

1. Gabel statt Skalpell – 2011

Dieser Dokumentarfilm konzentriert sich auf die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung und zeigt die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich dieses Thema in den letzten zwei Jahrhunderten. Er behandelt das wachsende Problem der Fettleibigkeit der westlichen Bevölkerung und deren daraus resultierenden Folgekrankheiten.
In Gabel statt Skalpell berichten der bekannte pflanzenbasierte Ernährungswissenschaftler Dr. Colin Campbell (The China Study) und sein Kollege Mediziner Dr. Caldwell Esselstyn (Prevent and Reverse Heart Disease) von Ihren bahnbrechenden Erkenntnissen. Beide sind auf Milchfarmen aufgewachsen und waren zunächst nicht Verfechter einer tierfreien Ernährung. Wie aber kam es, dass Sie inzwischen bekannte Persönlichkeiten bezüglich pflanzlicher Nahrung sind?

Dazu muss man sich einige Zahlen anschauen:
Aß der Durchschnittsamerikaner Anfang des 20. Jahrhunderts 60kg Fleisch pro Jahr, so waren es 2007 schon 110kg. Auch raffinierter Zucker wurde 1913 nur in Maßen – etwa 18kg pro Jahr – zu sich genommen. 1999 waren es aber bereits 70kg. Und bei den Milchprodukten waren es 100kg in 1909, 2006 mehr als das Doppelte!
In derselben Zeit in der man vermehrt auf Proteine achtete und konsumierte nahm auch das Herzleiden in den USA stark zu und die koronare Herzkrankheit (im weiteren Verlauf nur noch KHK genannt) trat vermehrt auf. KHK ist eine chronische Erkrankung des Herzens bei der durch Ablagerungen die Herzkranzgefäße immer enger werden wodurch das Herz mit weniger Blut versorgt wird.

Dr. Campbell:

Mitte der 60er Jahre ist Dr. Campbell auf den Philippinen. Ihm fällt auf, dass Kinder aus reicheren Familien oftmals in späteren Jahren an Leberkrebs erkranken, und dass diese Kinder viel mehr tierisches Protein zu sich nehmen als Kinder aus den sozial benachteiligten Schichten die auf pflanzliches Protein zurückgreifen müssen. Zur gleichen Zeit erscheint in einem indischen Medizinmagazin eine Studie über den Effekt von Protein auf die krebserregende Wirkung von Aflatoxinen (Pilzgifte, die Lebertoxisch, also schädlich sind) – “The Effect of Dietary Protein on Carcinogenesis of Aflatoxin”. Kurz zusammengefasst:

  1. Versuchsratten wurden mit krebserregenden Aflatoxinen gefüttert.
  2. Danach wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt:
    1. Gruppe: Erhielt Nahrung mit 20% Casein (Milcheiweiß)
    2. Gruppe: Erhielt nur 5% Casein

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Bei der ersten Gruppe verschlimmerte sich der Krebs rasant, in der zweiten Gruppe verbesserte sich der Krebs.

Dieser starke Anstieg an Caseinkonsum gibt es auch in der amerikanischen Bevölkerung durch die Fast Food Revolution seit der 60er Jahre. Während mehr und mehr Amerikaner begannen sich “schnell” zu ernähren, stieg auch die Anzahl der Krebstoten immer weiter.

Dr. Campbell widerholte das Experiment der Inder und konnte dies bestätigen. Im weiteren Verlauf seiner Karriere gab die international bekannte China Studie dem ganzen noch mehr Gewicht.

Dr. Esselstyn:

Dr. Esselstyn, setzte sich in den 70er Jahren vermehrt mit den Krebsstatistiken der Weltbevölkerung auseinander und stellte fest, dass Brustkrebs in Kenia 82 mal seltener vorkam als in den USA. Bei anderen Krebsarten waren die internationalen Unterschiede noch deutlicher. So gab es 1958 in Japan nur 18 Prostatakrebs-Todesfälle während es in den USA (damals nur zweimal so viele Einwohner wie Japan) 14000 Todesfälle gab.
Noch deutlicher konnte man dies an historischen Daten ablesen. Im 2. Weltkrieg besetzten die Deutschen Norwegen und konfiszierten sofort alle Nutztiere zur Truppenversorgung. Dadurch waren die Norweger gezwungen sich weitgehend pflanzlich zu ernähren. Diese Kurve war das Ergebnis der flächendeckenden Nahrungsumstellung:

Historic Data – Occupation Norway

Beide kamen also zum selben Schluss: Es gibt einen Zusammenhang zwischen tierischen Nahrungsmitteln und den uns bekannten und bedrohlichen Krankheiten.

Einige körpereigene Mechanismen spielen dabei eine große Rolle:

Der Magen hat zwei Arten von Rezeptoren:

  1. Mechanorezeptoren
  2. Chemorezeptoren

Mechanorezeptoren reagieren auf die Dehnung der Magenwand, also auf das Volumen der Nahrung. Die Chemorezeptoren registrieren die Energiedichte. Während 500kcal pflanzliche Nahrung den Magen komplett ausfüllen, beide Rezeptoren unserem Hirn sagen, dass wir satt sind, füllen 500kcal industriell hergestellter Nahrung unseren Magen nicht aus. Die Chemorezeptoren sagen zwar, dass die Energiedichte erreicht wurde, aber die Mechanorezeptoren warnen unser Hirn immer weiter, dass wir noch nicht genug gegessen haben. Dadurch haben wir ein ständiges Hungergefühl und überfressen uns.

Left: plant based food; Right: processed food

Ein weiterer Mechanismus ist die Metabolische Azidose. Wenn unser Körper übersäuert wird, läuft ein Säureausgleich ab. Dieser besteht darin, dass Calcium aus den Knochen abgebaut wird. Eiweißreiche Nahrung ist setzt den ph-Wertes des Blutes herab und kann über kurz oder lang zu einer chronischen Azidose führen. Basische Lebensmittel sind vor allem Gemüse, Obst und Salat. Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier.

Und der dritte Mechanismus betrifft unsere Endothelzellen. Diese bilden Stickstoffmonoxid, dass für einen gleichmäßigen Blutfluss sorgt, bei Anstrengung die Gefäße erweitert und Ablagerungen und damit einhergehende Entzündungen verhindert. Durch eine pflanzliche Ernährung wird die Arbeit der Endothelzellen unterstützt, durch eine typisch westliche Ernährung geschädigt. Auch hier gibt es einen Artikel zum nachlesen.

Zusammenfassung:

Insgesamt ist dies ein großartiger Film. Er zeigt seine Position deutlich und verständlich und basiert auf Fakten. Auf sehr vielen Fakten. Ich hätte mir nur gewünscht, dass man neben der Ernährung auch immer erwähnt, dass Bewegung eine ebenso große Rolle spielt. Das kommt etwas zu kurz. Trotzdem ein Film den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Alles Liebe,
Momo

Die offizielle Website: https://www.forksoverknives.com/

In IMDb: http://www.imdb.com/title/tt1567233/

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